Wie man Geld mit Aktien verdient

Bärenstarke Erholung der Aktienmärkte


Ich kann mich noch gut an Gespräche während der letzten Finanzkrise erinnern: "So kann es nicht weitergehen!" "Die Wirtschaft wird sich grundlegend verändern." "Aktieninvestments sind reine Spekulation." Dies sind nur einige Kostproben. Wie haben sich die Aktienmärkte danach tatsächlich entwickelt und wo stehen wir heute?

Chart-Vergleich SPI (orange), DAX (schwarz), Dow Jones (blau) von 2009 bis 2017
Entwicklung des SPI im Vergleich zum DAX und Dow Jones Index von 2009 bis 2017

Wie die Grafik eindrücklich zeigt, haben sich seit dem Tief der Finanzkrise, Aktien auf breiter Front erholt. Bei den oben abgebildeten Kursen handelt es sich nicht um wahllose Aktientitel, welche sich ausnahmsweise gut entwickelt haben. Es handelt sich um breit abgestützte Indizes wie den Swiss Performance Index (orange), den deutschen DAX (schwarz) sowie den amerikanischen Dow Jones (blau).

Es gibt zahlreiche Gründe in Aktien zu investieren. Vielleicht möchten Sie ein Teil Ihres Einkommens oder Ihrer Rente aus Aktien und Dividenden finanzieren. Oder Sie sind noch am Anfang und möchten damit beginnen, ein Vermögen aufzubauen. Die grundsätzlichen Regeln sind die gleichen.

 

Mit der Erholung an den Aktienmärkten wurden die vorherigen Verluste kompensiert. Es waren sogar hohe Gewinne mit durchschnittlich 15% bis 20% pro Jahr realisierbar. Nicht jeder hat jedoch von dieser Wertsteigerung profitiert. Die Ursache ist oft ein Mix aus psychologischen und quantitativen Aspekten. Dank einfacher Grundregeln können sich Aktieninvestments lohnen, wenn sie konsequent umgesetzt werden.


Als Value Investor, Finanzberater und Vermögensverwalter gehört es zu meiner täglichen Aufgabe rentable Investitionen am Markt zu finden. In diesem Blogeintrag gebe ich einige Einblicke und Tipps, welche erfolgreiche Investorinnen und Investoren anwenden.

Emotionen analysieren und kontrollieren


Was haben Emotionen mit Investitionen zu tun? Eine ganze Menge! Beim Investieren steht sich der Mensch mit Emotionen wie Gier und Angst oft selbst im Weg. Eine Aktie ist hingegen gänzlich emotionslos. Sie weiss nicht, dass man sie gerade gekauft oder verkauft hat. Wie das folgende Beispiel zeigt, ist es einer Aktie ziemlich egal, wer sie gerade besitzt.

Maximale Verluste statt Gewinne durch Gier und Angst

Viele liessen sich von ihrer Gier verleiten und kauften im Jahr 2007 zum Beispiel UBS Aktien bei CHF 70.- oder sogar darüber. Der Umstand, dass die Aktie seit dem Jahr 2003 ihren Kurswert fast verdreifacht hatte, reichte oft als Kaufargument aus. Somit wurde basierend auf reinem Bauchgefühl und ohne jegliche Analyse gekauft. Was danach kam, kann man der unten abgebildeten Grafik ablesen. Die Finanzkrise schlug mit gnadenloser Härte zu und führte zu hohen Verlusten.

Chart des Aktienkurses der UBS Aktien von 2003 bis 2017
Aktienkurs der UBS Aktien von 2003 bis 2017

Die Aktie hatte vom Hoch bei CHF 75.54 bis zum Tief bei CHF 8.20 einen Kursverlust von 89% erlitten. Mit anderen Worten bräuchte es einen Kursgewinn von unglaublichen 821%, um von CHF 8.20 wieder auf CHF 75.54 zu kommen.

 

Aus dieser Zeit ist mir ein Zeitungsinserat in Erinnerung geblieben. Ein Unterwäschehersteller hatte 2009 die Idee per Inserat Unterhosen für UBS Aktien anzubieten. Auch wenn es sich wohl um einen PR-Gag gehandelt haben dürfte, wäre dies finanziell eines der intelligentesten Geschäfte gewesen. Einerseits dürfte der Produktionspreis der angebotenen Unterhosen weit unter den CHF 8.20 pro UBS Aktie gelegen haben. Andererseits galt dieses Angebot zum Zeitpunkt des tiefsten Aktienkurses.

 

Trotz des Tiefststands der UBS Aktie im Jahr 2009 bei CHF 8.20 war die Gier der Angst gewichen. Kaum jemand traute sich, zu diesem Preis noch UBS Aktien zu kaufen. Bereits im gleichen Jahr gab es die Gelegenheit bei CHF 19.65 einen Gewinn von knapp 140% zu realisieren. Seither bewegt sich der Aktienkurs jedoch schon seit acht Jahren in einer Bandbreite zwischen CHF 9.34 und CHF 22.57.

Fazit

Gier führte dazu, dass Investoren auf den bereits sehr schnell fahrenden Zug aufsprangen. Dies trotzdem bereits vor dem Kurssturz in den Medien von Problemen im amerikanischen Immobilienmarkt zu lesen war.

Angst sorgte dafür, dass gerade Kleinaktionäre bei Tiefstkursen sich nicht trauten, zu investieren. Die Medien waren hier auch keine Hilfe, zumal kaum eine Zeitung sich getraut hätte Anfang 2009 den Einstieg in Aktien zu empfehlen.

 

Es ist einfach, die Vergangenheit zu analysieren und als Lehrmeister aufzutreten. Deshalb möchte ich hier drei Tipps geben, welche mir als Vermögensverwalter und vielleicht auch Ihnen beim Investieren helfen:

  1. Beim Investieren sollte man eigene Emotionen reflektieren und kontrollieren
    Oder wie es der legendäre Investor Warren Buffett formulierte: "Sei ängstlich, wenn andere gierig sind und gierig, wenn andere ängstlich sind."
  2. In stürmischen Zeiten hilft ein starker Anker
    Ein solcher Anker ist z.B. eine Strategie mit klar definierten qualitativen und quantitativen Kriterien für den Kauf und Verkauf von Aktien.

  3. An einer fundamentalen Analyse führt kein Weg vorbei
    Vor jedem Investment müssen zuerst die Hausaufgaben gemacht werden.
    Das heisst, dass man sich mindestens mit den Zahlen der letzten zehn Jahre eines Unternehmens eingehend beschäftigen sollte, bevor man investiert.

Gerne beantworte ich Fragen zu Finanzthemen. Sollte Sie ein Thema interessieren, senden Sie mir einfach eine kurze E-Mail oder kontaktieren Sie mich direkt über den Button unten. Ich werde Ihre Anfragen persönlich beantworten.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    C.Rutishauser (Mittwoch, 01 November 2017 15:22)

    Spannende Fakten in kurz und bündiger Weise zusammen getragen. Werde beim nächsten Kleider-Kauf gut überlegen, ob ich statt Bar/Karte auch anders zahlen könnte ;) Danke für die Insights!

  • #2

    Olivier Estoppey (Mittwoch, 01 November 2017 16:33)

    Ja! Einfach mal bei PKZ an der Kasse nachfragen, ob man auch mit Aktien zahlen kann. In Zeiten von Digital Wallets, Kryptowährungen wie Bitcoins, Ethereum und Co., scheint dies gar nicht mehr so unwahrscheinlich. Je nach Aktie könnte es sich aber in Zukunft als ein teurer Einkauf herausstellen.