Vermögensaufbau: Wie man eine Million erreicht

Das 8. Weltwunder


Der Zinseszins wurde von Albert Einstein als das achte Weltwunder bezeichnet. Ich habe mir das Vergnügen gemacht, einige Rechnungen anzustellen, welche die unglaubliche Wirkung des Zinseszinseffekts auf die Vermögensentwicklung aufzeigen. Das Rezept für eine Million scheint denkbar "einfach":

  • Startkapital 10'000.-
  • Jährlicher Sparanteil 6'000.-
  • 30 Jahre Zeit
  • Rendite 9.35% pro Jahr

Die beeindruckende Vermögensentwicklung mit den vorgenannten "Zutaten" sehen Sie in der folgenden Grafik. Während der Sparanteil nicht mal die 200'000.- Marke knackt, trägt der Zinseszinseffekt dazu bei, dass die 1'000'000.- Marke erreicht wird.

Grafik mit dem Zinseszinseffekt: Aus 10'000.- Startkapital eine Million machen
Wie mit dem Zinseszinseffekt aus 10'000.- Startkapital eine Million wird

Der Teufel liegt auch hier im Detail bzw. in der Umsetzung. Die Grundvoraussetzungen ein Startkapital von 10'000.- zu erreichen und 500.- pro Monat auf die Seite zu legen, dürften hierbei noch die einfachsten Zutaten sein.

Die zweite Hürde ist es 9.35% pro Jahr zu erwirtschaften. Gerne komme ich hier auf den Vergleich mit den Lotto Millionen zurück: Die Wahrscheinlichkeit 9.35% Rendite mit Investitionen zu erlangen, ist meiner Meinung nach deutlich intakter, als den Jackpot zu knacken. Denn dort liegt die Wahrscheinlichkeit bei 1 : 15.7 Millionen oder 0.0000064%.

Aus eigener Erfahrung ist jedoch die grösste Herausforderung Geduld zu bewahren. 30 Jahre scheinen eine lange Zeit. Manche Menschen spielen jedoch während 30, 40 oder sogar 50 Jahren Lotto, um sehr wahrscheinlich keine Millionen zu gewinnen. Das scheint mir ebenfalls ein ziemlich langer Zeithorizont zu sein. Mit "schnell reich werden", hat dies nicht viel zu tun.

Sowohl die erforderliche Rendite als auch die Anlagedauer lassen sich positiv beeinflussen, wenn man das Startkapital oder den Sparanteil erhöht. Hierzu habe ich nachfolgend einige Beispiele berechnet und mit Tabellen sowie Grafiken veranschaulicht.

Das Startkapital


Ein Weg den Zinseszinseffekt zu verstärken ist es, das Startkapital zu erhöhen. Je mehr dieses beim Beginn beträgt, desto tiefer muss die Rendite sein.

Startkapital                Erforderliche Rendite*
 10'000.-  9.35%
20'000.- 8.75%
50'000.- 7.45%
100'000.- 6.00%

*für 1'000'000.- in 30 Jahren bei einem Sparanteil von 6'000.- pro Jahr

Bei gleichbleibender Rendite verkürzt ein höheres Startkapital die Anlagedauer, um das Ziel zu erreichen.

Startkapital                        Erforderliche Anlagedauer*
 10'000.- 30 Jahre
20'000.- 29 Jahre
50'000.- 26 Jahre
100'000.- 22 Jahre

*für 1'000'000.- bei einer Rendite von 9.35% und einem Sparanteil von 6'000.- pro Jahr

In der Grafik sieht man, wie mit einem Startkapital von 100'000.- die Dauer um acht Jahre verkürzt wird. Noch eindrücklicher ist es, zu beobachten was passiert, wenn man die Entwicklung nach den 22 Jahren anschaut: Das Vermögen verdoppelt sich innert sieben Jahren auf über 2'000'000.- und liegt nach insgesamt 30 Jahren bei über 2'200'000.-.

Grafik mit den Auswirkungen eines höheren Startkapitals auf den Zinseszinseffekt und die Anlagedauer
Die Auswirkungen des höheren Startkapitals auf den Zinseszinseffekt und die Anlagedauer

Der Sparanteil


Ein Sparanteil von 6'000.- pro Jahr entspricht 500.- pro Monat. Selbstverständlich ist es nicht jedem möglich den Sparanteil auf 20'000.- pro Jahr für Investitionen zu erhöhen. Daher habe ich vier Stufen berechnet.

Sparanteil                 Erforderliche Rendite*
 6'000.- 9.35%
10'000.- 7.00%
15'000.- 4.90%
20'000.- 3.30%

*für 1'000'000.- in 30 Jahren bei einem Startkapital von 10'000.- 

Bei gleichbleibender Rendite verkürzt ein höherer Sparanteil die Anlagedauer, um das Ziel zu erreichen.

Sparanteil                         Erforderliche Anlagedauer*
 6'000.- 30 Jahre
10'000.- 26 Jahre
15'000.- 22 Jahre
20'000.- 20 Jahre

*für 1'000'000.- bei einer Rendite von 9.35% und einem Sparanteil von 6'000.- pro Jahr

Auch mit einem höheren Sparanteil kann die erforderliche Anlagedauer oder die erforderliche Rendite beträchtlich verringert werden. In der Grafik ist das Beispiel mit einem Sparanteil von 20'000.- pro Jahr abgebildet.

Grafik mit den Auswirkungen eines höheren Sparanteils auf den Zinseszinseffekt und die Anlagedauer
Die Auswirkungen des höheren Sparanteils auf den Zinseszinseffekt und die Anlagedauer

Je höher der Sparanteil ist, desto mehr verstärkt sich der Zinseszinseffekt. Dies gilt auch bei kleineren Beträgen. Wer zum Beispiel heute mit 0.- anfängt und monatlich 100.- auf die Seite legt, wird Ende Jahr 1'200.- zur Verfügung haben, um diese zu investieren. Wer dies jedes Jahr wiederhol erzielt mit der gleichen Anlagedauer und Rendite immerhin 173'436.-, was plötzlich kein kleiner Betrag mehr ist. Vor allem nicht, wenn man bedenkt, dass dazu als Sparanteil von insgesamt nur 36'000.- auf 30 Jahre verteilt notwendig sind.

Grafik mit der Vermögensentwicklung bei 1'200.- Sparanteil pro Jahr und ohne Startkapital
Vermögensentwicklung bei 1'200.- Sparanteil pro Jahr und ohne Startkapital

Die Anlagedauer


Je öfter der Zinseszins wiederholt wird, desto höher ist das Vermögenswachstum. Die Anlagedauer bzw. die Anzahl Jahre entscheiden massgebend darüber wie hoch das Vermögenswachstum ist oder wie hoch die Rendite sein muss, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Anlagedauer            Erforderliche Rendite*
 20 Jahre 17.25%
30 Jahre 9.35%
40 Jahre 5.95%
50 Jahre 4.10%

*für 1'000'000.- bei einem Startkapital von 10'000.- und Sparanteil von 6'000.- pro Jahr.

Während eine Rendite von 17.25% fast utopisch erscheint und eine Rendite von 9.35% als ehrgeizig gilt, werden Renditen von 5.95% und 4.10% langfristig als eher realistisch betrachtet. Dennoch gibt es Investoren, welche sich den Zinseszins zu nutzen gemacht haben und über Jahrzehnte hohe Renditen erwirtschafteten. Einer davon ist der Investor Warren Buffett mit einer durchschnittlichen Rendite von rund 20% pro Jahr. Damit ist sein Vermögen auf mittlerweile fast unvorstellbare 78.7 Milliarden USD angewachsen.

Anlagedauer                Vermögensentwicklung*
20 Jahre 367'931.-
30 Jahre 1'000'763.-
40 Jahre 2'547'715.-
50 Jahre 6'329'218.-

*bei einem Startkapital von 10'000.-, einer Rendite von 9.35% und einem Sparanteil von 6'000.- pro Jahr

Bei gleichbleibender Rendite entwickelt sich das Vermögen beträchtlich mit der steigenden Anlagedauer. Während der unterschied zwischen 20 und 30 Jahren noch 632'832.- ausmacht, beträgt er zwischen 40 und 50 Jahren unglaublich hohe 3'781'503.-. In einer Grafik visualisiert sieht dies wie folgt aus:

Chart mit der Vermögensentwicklung und Zinseszinseffekt bei einer langen Anlagedauer von 50 Jahren
Vermögensentwicklung bei einer langen Anlagedauer von 50 Jahren

Die Rendite


Das Herzstück und die Voraussetzung für ein Vermögenswachstum ist die Rendite bzw. der Zins. Je höher die jährliche Rendite ist, desto schneller wird das anfänglich definierte Ziel von 1'000'000.- erreicht.

Rendite        Anlagedauer*
 5% 45 Jahre
10% 29 Jahre
15% 22 Jahre
20% 19 Jahre

*bei einem Startkapital von 10'000.- und einem Sparanteil von 6'000.- pro Jahr.

Sollte es gelingen, während 30 Jahren eine Rendite von 20% zu erwirtschaften, würden so aus 10'000.- über neun Millionen. Dies ist nur dank der unglaublichen steilen Zinseszinskurve möglich.

Rendite                         Vermögensentwicklung*
5% 433'794.-
10% 1'139'595.-
15% 3'178'225.-
20% 9'063'425.-

*in 30 Jahren bei einem Startkapital von 10'000.- und einem Sparanteil von 6'000.- pro Jahr.

Für die Grafik wurde das Beispiel mit 20% Rendite gewählt. Hier ist schön zu sehen, wie verschwindend klein sowohl das Startkapital als auch der Sparanteil im Verhältnis zum Zinseszinseffekt wird.

Chart mit der Vermögensentwicklung und Zinseszinseffekt bei einer Rendite von 20%
Vermögensentwicklung bei 20% Rendite

Fazit


Dank dem Zinseszinseffekt ist es allemal wahrscheinlicher mit Wertschriftenanlagen eine Million zu erreichen, als beim Lotto den Jackpot zu knacken. Je nach Lebenssituation unterscheiden sich die Möglichkeiten.

Am Anfang des Berufslebens ist das Startkapital oder der Sparanteil vielleicht nicht ganz so hoch. Dafür hat man einen unglaublich langen Anlagehorizont, der den Zinseszinseffekt positiv beeinflusst. Nach einigen Jahren im Berufsleben dürfte sowohl das Startkapital als auch der Sparanteil gestiegen sein. Wie die Berechnungen zeigen, kann so z. B. eine kürzere Anlagedauer kompensiert werden. Steht man kurz vor oder schon nach der Pensionierung ist zwar der Anlagehorizont nicht mehr gleich lang wie mit 25, dafür dürfte das Startkapital beträchtlich höher sein.

Somit besteht eine ähnliche Chancenverteilung, dieses "achte Weltwunder" für sich zu nutzen. Entscheidend ist, dass die Anlageziele und die gewünschte Rendite zur Lebenssituation passen.

Als unabhängiger Finanzberater und Vermögensverwalter beantworte ich gerne Ihre Fragen zu Finanzthemen. Sollte Sie ein Thema interessieren, senden Sie mir einfach eine kurze E-Mail oder kontaktieren Sie mich direkt über den Button unten. Ich werde Ihre Anfragen persönlich beantworten.

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