Was bringt das Börsenjahr 2018?

AKTIENMÄRKTE QUO VADIS?


Da an den Kapitalmärkten ausser bei Aktien kaum Geld zu erwirtschaften war, hatte dies zur Folge, dass viel Kapital in die Aktienmärkte geflossen ist. Entsprechend sind Kurse gestiegen. Aufgrund der noch immer tiefen Zinsen und der leicht anziehenden Inflation ist es durchaus möglich, dass Aktienkurse auch im Jahr 2018 weiter steigen. Zumindest haben sie dies in den ersten Wochen bereits getan. Aufgrund der hohen Bewertungen kann es sich auszahlen, den Aktienanteil zu reduzieren und die Liquidität zu erhöhen, um bei Kursrücksetzern zu günstigeren Preisen nachzukaufen.

Gerade sogenannte Wachstumstitel sind bereits stark gestiegen und das Enttäuschungsrisiko ist hoch. Im Bereich der Value-Aktien bieten sich jedoch immer noch Kaufgelegenheiten zu vernünftigen oder sogar tiefen Kursen.

Disclaimer
Wie ich in meinem früheren Beitrag "Wie man Geld mit Aktien verdient" schreibe, sollte man vor jedem Investment selbst die Hausaufgaben machen. Als Alternative kann man diese auch an einen Experten delegieren. Meine Analyse soll nicht als Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten verstanden werden. 

Chart des SPI (orange), DAX (schwarz) und Dow Jones (blau) von Januar 2017 bis 2018
Entwicklung des SPI (orange), DAX (schwarz) und Dow Jones (blau) von Januar 2017 bis 2018

BEISPIEL SWATCH GROUP


Die Swatch Group ist einer meiner Lieblingstitel aus dem "Jahr zum Vergessen". Nach dem Höchstkurs von CHF  606.50 am 28. November 2013 stürzte die Aktie bis zum 2. August  2016 auf CHF  246.20 ab und landete somit auf dem Radar und schliesslich nach mehreren Zukäufen zu einem Durchschnittspreis von CHF  274.10 auch im Portfolio. Aufgrund von Umsatz- und Gewinnwarnungen war der Kurs äusserst tief gefallen. Dies, obwohl es sich bei der Swatch Group um ein grundsolides Unternehmen mit einer sehr attraktiven Nettomarge handelt. Zudem ist die Swatch Group mit einem Marktanteil von über 19 % noch immer der grösste Uhrenhersteller weltweit und verkauft mit Omega, Longines und Tissot gleich drei der 

sieben Schweizer Marken, mit einem Umsatz von mehr als einer Milliarde Schweizerfranken. Bis heute hat sich der Aktienkurs bereits beträchtlich erholt und steht bei CHF  407.9 oder 65.7 % über dem Tiefststand vom August 2016. Auch wenn bei guten Ergebnissen der Aktienkurs weiter steigen könnte, sind die Aktien der Swatch Group daher kein Schnäppchen mehr.

Chart der Swatch Group von Januar 2016 bis Januar 2018
Swatch Group von Januar 2016 bis Januar 2018

Beispiel Swiss Re


Anders verhält es sich mit den Aktien der Swiss Re. Das Management scheint die Lehren aus der Finanzkrise gezogen zu haben. Die Dividendenrendite beträgt über 5.1%, weiter zeichnet sich die Swiss Re durch eine solide Eigenkapitalrendite aus und ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 11.5 und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von rund 0.90 eher günstig bewertet. Dennoch kam die Aktie im Jahr 2017 kaum vom Fleck. Die Hurrikane Saison, Erdbeben in Mexiko und Waldbrände im Kalifornien haben der Swiss Re einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der positive Effekt für die Rückversicherungsbranche ist, dass sich dadurch bereits einige Konkurrenten vom Markt zurückziehen. Hedgefonds, welche wegen der tiefen Zinsen die klassischen Rückversicherungen zu konkurrenzieren versuchten, haben hohe Verluste eingefahren. Deshalb ziehen diese sich bereits aus dem aktiven Rückversicherungsgeschäft zurück. Dadurch könnten sich jedoch die zuletzt unter Druck geratenen Margen im Rückversicherungsgeschäft erholen. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass solche Hedgefonds vermehrt wieder Aktien von Rückversicherungen kaufen, statt selbst Rückversicherungslösungen anzubieten. Ob dies im Jahr 2018 im Aktienpreis abgebildet wird, hängt nicht nur vom Gesamtmarkt ab, sondern auch von einer Normalisierung der Schadensereignisse und der Margenentwicklung.

Chart der Swiss Re von Januar 2017 bis Januar 2018
Swiss Re von Januar 2017 bis Januar 2018

Fazit


Trotz hoher Preise am Aktienmarkt lassen sich fast immer günstig bewertete sowie stabile Unternehmen von guter Qualität und Profitabilität finden. Je höher der Gesamtmarkt steigt, desto wichtiger ist die sorgfältige Auswahl. Fundamentale Analysen und eine gute Balance zwischen den Anlageklassen helfen dabei, Kaufgelegenheiten zu nutzen und von Sondersituationen zu profitieren. Mit Geduld und Weitsicht bleiben die Renditeaussichten intakt.

Als unabhängiger Finanzexperte und Vermögensverwalter nehme ich mir gerne Zeit für individuelle Fragen und Anliegen. In diesem Sinne wünsche ich ein erfolgreiches Jahr 2018.

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